Tagfalteratlas Bayern

Weiterführung des Tagfalteratlasses Bayern

Sehr geehrte SchmetterlingsfreundInnen, liebe Mitglieder und KartiererInnen,

fast genau vier Jahre sind seit dem Erscheinen des „Tagfalteratlas von Bayern“ vergangen. Erstmals ist es uns damit gelungen, gemeinsam ein Grundlagenwerk für die Verbreitung und Bestandssituation der Tagfalter in ganz Bayern zu schaffen. Dieses Werk war nur realisierbar, weil Sie es mit den von Ihnen zur Verfügung gestellten Beobachtungsdaten ermöglichten, ein landesweites „Bild“ der Verbreitung unserer Tagfalter zusammenzustellen. Hierfür möchten wir uns bei Ihnen an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bedanken!

Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Der Verlust an Lebensräumen durch die Intensivierung der Landnutzung schreitet unverändert fort. Der Klimawandel zeigt erste Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Schon bei Erscheinen des Tagfalteratlasses von Bayern am 2. Mai 2013 hat sich gezeigt, dass seit Datenschluss der Projektdatenbank (für den Großteil 2007, teilweise aber auch erst 2011/12) bei einigen Arten erhebliche Veränderungen bezüglich ihrer Verbreitung oder Bestandsentwicklung zu verzeichnen sind. So konnten Arten wie z.B. der Karstweißling Pieris mannii oder der Kurzschwänzige Bläuling Cupido argiades gerade in den letzten Jahren ihr Verbreitungsgebiet erweitern, sodass sich aktuell ein signifikant verändertes Bild der Verbreitung gegenüber der Karte im Atlas zeigt. Ebenso zeigt die Entwicklung bei hochgradig gefährdeten Arten wie z.B. dem Streifenbläuling Polyommatus damon oder der Berghexe Chazara briseis, dass ein weiterer Zeitschnitt mit neuen Daten in der Darstellung der Verbreitungskarten in Zukunft nötig sein wird.

Die Darstellung in den Verbreitungskarten mit einem „aktuellen“ Zeitfenster, das vor fast 25 Jahren beginnt (Schnitt seit 1991), vermittelt ein in der Vergangenheit liegendes, positives Bild, welches die aktuelle und wohl leider auch zukünftige Situation nicht widerspiegelt. Diese Entwicklung liegt in der Natur eines Atlaswerkes, welches immer nur zu einem gewissen Zeitpunkt aktuell sein kann. Durch den Verbreitungsatlas wurde aber auch erstmals für Bayern das Ziel erreicht, eine Basis zur Schließung von Kenntnislücken bei der Verbreitung und Ökologie der bayerischen Tagfalterarten zu schaffen, um somit Anreize für gezielte Nachsuchen zu geben.

Von zahlreichen Schmetterlings-kundlerInnen erreichen uns Neumeldungen von Arten in den von ihnen beobachteten Landschaftsräumen oder Meldungen in neuen Quadranten zur Schließung von Kartierungslücken. Aber auch wertvolle neue Beobachtungen zur Biologie wie z. B. zum Eiablageverhalten oder zu Raupennahrungspflanzen erweitern stetig den Kenntnisstand. Daher hat die ABE. e.V. bei Ihrer Mitgliederversammlung am 29. März 2014 einstimmig die Weiterführung des Projektes „Tagfalteratlas von Bayern“ beschlossen. Unser Ziel ist die Weiterführung einer Projektdatenbank, die auf möglichst aktuellem Stand geführt werden soll. Diese stellt die Basis für eine Darstellung von aktuellen Verbreitungskarten dar, die wir in der Zukunft erstellen wollen.

Da ein Atlaswerk und dessen Weiterentwicklung maßgeblich auf der wertvollen Datenbasis vieler beteiligter ehrenamtlicher MitarbeiterInnen beruht, ist deren Einbindung und die Kommunikation von größter Bedeutung. Da sich die ABE e.V. mit Herausgabe des Tagfalteratlas von Bayern verpflichtet hat, die dazu gelieferten Daten nicht mehr weiter zu verwenden, möchten wir alle, die bereits zum Tagfalteratlas Beobachtungsdaten geliefert haben, um eine Erweiterung Ihrer Nutzungserlaubnis für die geplanten zukünftigen Auswertungen bitten. Wie wir vom LfU erfahren haben, haben Sie auch dort Ihre Nutzungserlaubnis für die Aufnahme in die Datenbank ASK erweitert. Beiliegend finden Sie ein Formblatt, welches bitte unterschrieben an uns zurückgeschickt werden sollte. Die ABE geht für die Verwendung der Daten eine Selbstverpflichtung ein, die unter http://www.abe-entomofaunistik.org/content/tagfalteratlas-bayern-0 eingesehen werden kann. Danach ist eine Verwendung der gelieferten Daten für das Tagfalteratlasprojekt Bayern vorgesehen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit Ihre Daten für das Projekt Tagfalter in Deutschland und für großräumige Auswertungen zur Verfügung zu stellen. Nähere Informationen zur Verwendung der Daten finden Sie unter: http://www.ufz.de/tagfalter-atlas/index.php?de=42507

Ein wesentlicher Punkt aus der bisherigen Erfahrung ist eine einheitliche Form der Dateneingabe zur Zusammenführung in eine Projektdatenbank. Noch rechtzeitig zu Saisonbeginn freuen wir uns, Ihnen hierzu ein zu diesem Zweck eigens entwickeltes, einfaches Eingabeprogramm zur Verfügung stellen zu können. Dieses kann ebenso wie eine Anwenderbeschreibung ab sofort heruntergeladen werden unter: http://www.abe-entomofaunistik.org/content/tagfalteratlas-bayern-0 Wenn Sie bereits über eine eigene Datenbank verfügen, wie z.B. „Insectis“ oder andere Formate verwenden wie z.B. Access oder Excel, werden diese natürlich gerne angenommen. Informationen über die Mindestanforderungen der Daten finden Sie ebenfalls in der Anwenderbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn entsprechende Daten an Martin Bücker (martinbuecker[at]t-online.de) gesendet würden. Bei weiteren Fragen zur Datenverarbeitung können Sie sich auch gerne direkt an ihn wenden.

Da wir mit diesem Schreiben nicht alle SchmetterlingsfreundInnen erreichen können, die an einer Mitarbeit interessiert sind bzw. Beobachtungsdaten aus Bayern besitzen, würden wir uns freuen, wenn Sie auch Ihren Bekanntenkreis über die Weiterführung des Tagfalteratlasses informieren würden.

Bei Rückfragen oder Fachfragen können Sie sich gerne an Julian Bittermann (julian.bittermann[at]gmx.de) oder Thomas Netter (thomas.netter[at]gmx.de) wenden. Nun hoffen wir auf rege Teilnahme am Tagfalteratlasprojekt Bayern, und wünschen Ihnen eine erfolgreiche Schmetterlingssaison!

Ihr Projektteam „Tagfalteratlas Bayern“ der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen e.V.

Dr. Heinz Bussler (1. Vorsitzender) Dr. Gisela Merkel-Wallner (2. Vorsitzende) Julian Bittermann (Projektbetreuer) Martin Bücker (Datenbank) Dr. Matthias Dolek (Projektbetreuer) Markus Bräu (Projektbetreuer) Thomas Netter (Datenprüfung) Andreas Nunner (Projektbetreuer)